Nachhaltigkeit beim Hausbau - nachhaltig planen und bauen
Der Begriff "Nachhaltigkeit" und seine Bedeutungen
Oft genutzt wird dieser Begriff zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Umweltschutz, indem man die (Aus)Nutzung der natürlichen Ressourcen so beeinflusst, dass auch künftige Generationen noch ein funktionierendes Ökosystem vorfinden.
Historisch gesehen kommt der Begriff aus der Forstwirtschaft. Dort beschreibt er die Nachhaltigkeit in der Weise, dass man in seinem Wald nicht mehr Bäume fällen sollte, als man anpflanzt.
In beiden Fällen kommt man zum gleichen Ergebnis:
Man sollte die Substanz, also seine Lebensgrundlage nicht zerstören, wenn man vom Ertrag leben will und muss.
Beim Hausbau wird zwar auch oft von Nachhaltigkeit gesprochen, aber leider wird das nachhaltige Bauen zu oft anderen Interessen untergeordnet. Eigentlich verwundert dies schon, denn gerade beim Eigenheim ist doch von großer Bedeutung, ein dauerhaft haltbares und energieeffizentes Haus sein Eigen nennen zu können. Jeder Hausbau-Interessent sollte sich deshalb mit dem Thema der Nachhaltigkeit beim Hausbau beschäftigen, denn schon sehr früh trifft er Entscheidungen, die darauf Einfluss haben.
Nachhaltig planen und bauen
Man liest oft, dass ein Massivhaus besonders werthaltig sei, weil es aus Massivbaustoffen errichtet worden ist. Diese Argumentation greift jedoch zu kurz. Sicher sind die modernen Baustoffe bei einem Massivhaus sowohl nachhaltig als auch werthaltig, jedoch trifft das in gleichem Maße auch für eine Fertighaus zu. Die Zeiten, in denen ein sogenanntes Fertighaus ein Billighaus für Leute mit weniger Geld war, sind längst vorbei. Ob Sie Ihr Eigenheim als Massivhaus bauen oder als Fertighaus, ist im Sinne der Nachhaltigkeiteigentlich weniger wichtig. Eher im Hinblick auf die Werterhaltung dürfte der Vorteil beim Massivhaus liegen, da dessen Bauteile weniger Pflege bedürfen.
Für den nachhaltigen Hausbau spielen eher diese Punkte eine Rolle:
Energetische Planung der Gebäudehülle
Zur "Gebäudehülle" gehören die Bodenplatte bzw. der Keller, das Außenmauerwerk inklusive der Dämmung und des Außenputzes, die Fenster, die Türen und das Dach inklusive seiner Isolierung.
Wir erleben es sehr oft, dass Hausanbieter tolle Häuser mit hochwertigster Heizungstechnik ausstatten und noch Außenwände bauen, wie vor 15 Jahren. Leider kann man die Vorgaben der Energieeinsparverordnung durch den Einbau von Wärmepumpen, Be- und Entlüftunsanlagen und Solaranlagen auch mit einer eher schlechten Gebäudehülle erreichen.
Wenn Sie jedoch nachhaltig und somit ein energieeffizientes Haus bauen möchten, muss die Gebäudehülle so ausgelegt sein, dass Sie mit möglichst wenig Energiebedarf die geforderten Innenraumbedingungen erreichen, ohne dafür überdimensionierte Technik auffahren zu müssen. Wir empfehlen dafür ein hochwärmegedämmtes Außenmauerwerk, Fenster mit Isolierverglasung und eine gute Dämmung im Dach. Die Möglichkeiten sind vielfältig, lassen Sie sich unabhängig und fachkundig beraten.
Innenwände
In Deutschland bauen Bauherren Ihr Eigenheim noch immer am liebsten als Massivhaus. Jedoch ist es nicht erforderlich, die nicht tragenden Wänden in Mauerwerk zu errichten. Trockenbauwände sind nicht unbedingt preiswerter als Massivwände, haben aber viele Vorteile:
Hinsichtlich des Schallschutzes schägt die fachgerecht errichtete, gedämmte und doppelt beplankte Trockenbauwand die einfache Trennwände allemal. Zudem können Sie mit einer Trockenbauwand später viel einfacher den Grundriss Ihren tatsächlichen Wohnbedürfnissen anpassen, zum Beispiel wenn die Kinder aus dem Haus sind. Nicht zu unterschätzen ist jedoch, dass Sie Ihrem Neubau viele Liter Wasser ersparen, weil der Innenputz entfällt. (Trockenbauwände werden nur verspachtelt). Sie verkürzen also die Zeit der Austrocknung enorm.
Heizungsanlagen
Für die Beheizung und Warmwasserversorgung Ihres Hauses kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht:
Gas-Brennwertheizung mit Solaranlage für Brauchwasser
Eine moderne Gas-Brennwertheizung ist mit den alten Gasheizung nicht mehr vergleichbar. Die Brennwerttechnik gehört zu den ausgereiftesten Heizungssystemen Deutschlands. Faktisch ist bei einer vernünftigen Gebäudehülle die Gas-Brennwertheizung noch immer empfehlenswert, auch wenn Sie zusätzlich eine Solaranlage für die Brauchwasseraufbereitung betreiben müssen. Dies ist erforderlich, um die Forderungen des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes zu erfüllen, welches seit 2009 gilt und vorschreibt, dass beim Neubau ein Teil des Wärmebedarfs über erneuerbare Energien abgedeckt werden müssen.
Wärmepumpen
Eine Wärmepumpe überträgt aus der Umgebung aufgenommene Energie (Umweltwärme) auf Ihre Raumheizung. Sie ist somit ein unabhängiges Heizsystem, denn es wird regenerative Umweltwärme genutzt. Faktisch funktioniert sie nicht anders als Ihr Kühlschrank, nur in umgekehrter Folge.
Verkauft werden Wärmepumpen mit dem Argument der Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und "besonders Umweltgerecht". In der Tat ist eine richtig dimensionierte Wärmepumpe ein Beitrag zur Nachhaltigkeit beim Bauen aber dabei vernachlässigt man gern, dass auch eine Wärmepumpe Strom verbraucht.
Sofern Sie sich für eine Wärmepumpe entscheiden möchten, sollten Sie sich unbedingt eingehend beraten lassen. Es gibt zu viele sinnvolle und weniger sinnvolle Möglichkeiten, um an dieser Stelle detailliert darauf eingehen zu können. Eines jedoch kann man mit Gewissheit sagen: Wenn die Technik nicht optimal auf Ihr Gebäude abstimmt wird, kann aus einer Wärmepumpe ganz schnell eine Eletktroheizung werden, die dann weder eine gute Ökobilanz hat, noch preiswert ist.
Be- und Entlüftungsanlage
Unseres Erachtens macht es sich der Gesetzgeber ziemlich einfach. Gefordert und gefördert werden energieeffiziente Eigenheime und dann soll es genügen, dass der Planer ein schlüssiges Lüftungskonzept erarbeitet. Darin könnte stehen, dass Sie alle 2-3 Stunden für einen Luftaustausch im Haus sorgen müssen. Also müssten Sie alle 2-3 Stunden lüften. Sie lachen! Ja klar, denn in Ihrer Mietwohnung machen Sie das auch nicht und da schimmelt nichts. Aber wenn Häuser immer dichter werden, wird der Luftaustausch behindert und damit steigt auch die Raumfeuchte. Die Investition in eine Anlage für die kontrollierte Be- und Entlüftung ist unseres Erachtens in der heutigen Zeit unabdingbar. Die Möglichkeiten sind vielfältig, eine ausführliche Beratung vonnöten.
Fußbodenheizung
Die Fußbodenheizung hat den Vorteil, dass Sie Ihr Haus über eine große Fläche (den Fußboden) mit einer geringeren Temperatur heizen können als mit einem Heizkörper. Die Entscheidung für eine Fußbodenheizung macht Sie etwas unabhängiger von der Entscheidung, ob Sie Ihr Haus mit Gas/ Solar oder Wärmepumpe beheizen. Sie können nämlich später die Fußbodenheizung auch nutzen, wenn Sie die Gas-Brennwerttherme gegen eine Wärmepumpe oder ähnliches austauschen.
Wir aktualisieren hier in Kürze weiter!
Trocknungsgeräte im Baugewerbe
Der Nachteil eines nicht vollständig durchgetrockneten Rohbaus ist, dass sich die Feuchtigkeit in der Raumluft ansammelt, sobald der Bau durch Fenster und Türen geschlossen ist. Erfolgt in dieser Phase dann bereits der Innenausbau und die Abdichtung des Dachbereiches, so ist die Problematik von Schimmelbildung bereits vorprogrammiert, da die Feuchtigkeit nicht ins Freie gelangen kann. Regelmäßiges Durchlüften des Gebäudes führt auch nicht zur Verbesserung der Lage und kann bestenfalls lindernde Wirkungen erzielen.
Um diesen negativen Effekt zu umgehen, werden in der Baubranche deshalb spezielle Bautrockner eingesetzt, welche bereits in der abgeschlossenen Rohbauphase zum Einsatz kommen. Sie werden elektrisch betrieben und haben teils sehr hohe Leistungsaufnahmen von mehreren tausend Watt. Sie funktionieren prinzipiell wie ein Heizlüfter, werden aber durch eine Luftfeuchte-Regelung gesteuert; jedoch gibt es auch Bautrockner ohne eine solche Steuerung. Der Einsatz derartiger Heizlüfter bedingt jedoch, dass es einen Austausch der Raumluft mit der Luft im Freien geben muss. Kann dieser Punkt nicht hinreichend erfüllt werden, müssen anstelle von Umluftgeräten direkte Luftentfeuchter eingesetzt werden. Diese sammeln die Feuchtigkeit der Raumluft und scheiden diese in einem Sammelbehälter ab. Dieser Behälter muss dann in regelmäßigen Intervallen geleert werden.
In den meisten Fällen können mit der forcierten Bautrocknung ähnliche Resultate erzielt werden wie bei der Auswinterung in früheren Zeiten, doch ist der immens große Energiebedarf hierbei zu berücksichtigen.