PostHeaderIcon Nachhaltigkeit beim Hausbau

Nachhaltigkeit?
Der Begriff "Nachhaltigkeit" hat verschiedene Bedeutungen.
Oft genutzt wird er zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Umweltschutz, indem man die (Aus)Nutzung der natürlichen Ressourcen so beeinflusst, dass auch künftige Generationen noch ein funktionierendes Ökosystem vorfinden. Historisch gesehen kommt der Begriff aus der Forstwirtschaft. Dort beschreibt er die Nachhaltigkeit  in der Weise, dass man in seinem Wald nicht mehr Bäume fällen sollte, als man anpflanzt. In beiden Fällen gibt es ein Ergebnis: Man sollte die Substanz, also seine Lebensgrundlage nicht zerstören, wenn  man vom Ertrag leben will und muss.
Beim Hausbau wird zwar auch oft von Nachhaltigkeit gesprochen, aber leider wird das nachhaltige Bauen zu oft anderen Interessen untergeordnet. Eigentlich verwundert dies schon, denn gerade beim Eigenheim ist doch von großer Bedeutung, ein dauerhaft haltbares Haus sein eigen nennen zu können. Jeder Hausbau-Interessent sollte sich deshalb mit dem Thema der Nachhaltigkeit beim Hausbau beschäftigen, denn schon sehr früh trifft er Entscheidungen, die darauf Einfluss haben.

Nachhaltig planen und bauen
Man liest oft, dass ein Massivhaus besonders werthaltig sei, weil es aus Massivbaustoffen errichtet worden ist. Diese Argumentation greift jedoch zu kurz. Sicher sind die modernen Baustoffe bei einem Massivhaus sowohl nachhaltig als auch werthaltig, jedoch  trifft das  in gleichem Maße auch für eine Fertighaus zu. Die Zeiten, in denen ein sogenanntes Fertighaus ein Billighaus für Leute mit weniger Geld war, sind längst vorbei. Ob Sie Ihr Eigenheim als Massivhaus bauen oder als Fertighaus, ist im Sinne der Nachhaltigkeiteigentlich weniger wichtig. Eher im Hinblick auf die Werterhaltung dürfte der Vorteil beim Massivhaus liegen, da dessen Bauteile weniger Pflege bedürfen.

Für den tatsächlich nachhaltigen Hausbau spielen eher diese Punkte eine Rolle:

  1. Fußbodenheizung
    Die Fußbodenheizung hat den Vorteil, dass Sie Ihr Haus über eine große Fläche (den Fußboden) mit einer geringeren Temperatur heizen können als mit einem Heizkörper. Die Entscheidung für eine Fußbodenheizung macht Sie etwas unabhängiger von der Entscheidung, ob Sie Ihr Haus mit Gas/ Solar oder Wärmepumpe beheizen. Sie können nämlich später die Fußbodenheizung auch nutzen, wenn Sie die Gas-Brennwerttherme gegen eine Wärmepumpe oder ähnliches austauschen.

  2. Innenwände
    In Deutschland bauen Bauherren Ihr Eigenheim noch immer am liebsten als Massivhaus. Jedoch ist es nicht erforderlich, die nicht tragenden Wänden in Mauerwerk zu errichten. Trockenbauwände sind nicht unbedingt preiswerter als Massivwände, haben aber viele Vorteile. So können Sie viel einfacher den Grundriss Ihren tatsächlichen Wohnbedürfnissen anpassen, Sie haben oft sogar  einen höheren Schallschutz, und Sie ersparen Ihrem Neubau viele Liter Wasser.

    .... (Wir aktualisieren in Kürze weiter)
Trocknungsgeräte im Baugewerbe
Wurde in früheren Zeiten der Rohbau eines Gebäudes noch über den Winter trocknen gelassen, so war dies mit Sicherheit die Garantie für eine innenausbaufähige und durchgetrocknete Bausubstanz, da die trockene Luft während der Wintermonate die komplette Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk zieht. Leider hat sich das Bauverhalten in den letzten Jahren dahingehend zu seinem Nachteil verändert, dass immer schneller gebaut wird und für ein sogenanntes "Auswintern" des Rohbaus einfach kein Zeitfenster mehr vorhanden ist. Auch ist dies durch recht schnelle Realisierung der einzelnen Bauphasen kaum mehr einzuhalten.
Der Nachteil eines nicht vollständig durchgetrockneten Rohbaus ist, dass sich die Feuchtigkeit in der Raumluft ansammelt, sobald der Bau durch Fenster und Türen geschlossen ist. Erfolgt in dieser Phase dann bereits der Innenausbau und die Abdichtung des Dachbereiches, so ist die Problematik von Schimmelbildung bereits vorprogrammiert, da die Feuchtigkeit nicht ins Freie gelangen kann. Regelmäßiges Durchlüften des Gebäudes führt auch nicht zur Verbesserung der Lage und kann bestenfalls lindernde Wirkungen erzielen.
Um diesen negativen Effekt zu umgehen, werden in der Baubranche deshalb spezielle Bautrockner eingesetzt, welche bereits in der abgeschlossenen Rohbauphase zum Einsatz kommen. Sie werden elektrisch betrieben und haben teils sehr hohe Leistungsaufnahmen von mehreren tausend Watt. Sie funktionieren prinzipiell wie ein Heizlüfter, werden aber durch eine Luftfeuchte-Regelung gesteuert; jedoch gibt es auch Bautrockner ohne eine solche Steuerung. Der Einsatz derartiger Heizlüfter bedingt jedoch, dass es einen Austausch der Raumluft mit der Luft im Freien geben muss. Kann dieser Punkt nicht hinreichend erfüllt werden, müssen anstelle von Umluftgeräten direkte Luftentfeuchter eingesetzt werden. Diese sammeln die Feuchtigkeit der Raumluft und scheiden diese in einem Sammelbehälter ab. Dieser Behälter muss dann in regelmäßigen Intervallen geleert werden.
In den meisten Fällen können mit der forcierten Bautrocknung ähnliche Resultate erzielt werden wie bei der Auswinterung in früheren Zeiten, doch ist der immens große Energiebedarf hierbei zu berücksichtigen.